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  Red Rock Tour 2017 - Teil 2              (Tag 4)   (Tag 5)   (Tag 6)   (Tag 7)   (Tag 8)   (Tipps & Infos)

  oder: Lake Powell Houseboat Vacation 2017

(Anmerkung: Teil 2 unserer Red Rock Tour 2017, also die Tage 4 bis 8, betreffen ausschliesslich unsere Houseboat-Tour auf dem Lake Powell,

 quasi ein Urlaub im Urlaub. Wer mit dem Lake Powell oder einem Houseboat nichts anfangen kann, bitte Teil 2 ueberspringen und gleich

 bei Teil 3 weiterlesen. Fuer alle anderen - viel Spass mit unserem Bericht)

 
Eine Zusammenstellung vieler Infos und hoffentlich nuetzlicher Tipps aus diesem Reisebericht zum Thema Houseboat auf dem Lake Powell folgt ganz am Ende von Teil 2 noch einmal in zusammengefasster Form.
 

Mittwoch, 28.06.2017 (Tag 4) – Willkommen an Bord!

Es ist 5.45 Uhr – Sylvia weckt mich auf, kurz bevor der Wecker klingelt. Um sechs Uhr treffen wir uns mit Johnny und Karin zum Fruehstueck. Leider nicht allein – ein ganzer Bus franzoesischer Touristen warten auch schon darauf, dass der Fruehstuecksraum oeffnet.

 

Nach dem Essen werfen wir noch einen letzten Blick von der Aussichtsterrasse unseres Motels auf den Lake Powell, dann packen wir unsere Sachen zusammen und starten in den heutigen Tag.

 

  

 

  

 

Und der beginnt - mit einem Einkauf bei Walmart. Ja – wir muessen schon wieder einkaufen. Fuer alle, die sich nun wundern oder sich fragen, ob wir leicht bekloppt oder shopping-suechtig sind – unsere staendigen Besuche im Walmart haben einen ganz bestimmten Grund:

 

Wir sind dann mal weg! Also so richtig weg auch wieder nicht, aber zumindest so weg, dass wir kaum mehr Einkaufsmoeglichkeiten haben werden. Und das fuer die naechsten Tage! Einen Grossteil unserer Einkaeufe haben wir gestern erledigt, jetzt muessen wir nur noch die Lebensmittel kaufen, die gekuehlt werden muessen. Also Grillfleisch, Butter, Eier, Nudelsalat, Kaese, Wurst usw.

 

Wir packen alles in unsere Kuehlboxen, dann geht es ab – hinunter zum Lake Powell.

 

 

Egal wie oft wir hierher kommen – der Lake Powell fasziniert uns immer wieder. Allein schon die Groesse dieses Stausees ist wirklich beeindruckend. Sieben Jahre nach Beginn der Bauarbeiten begann der Glen Canyon Dam im Jahr 1963 den Colorado River zum heutigen Lake Powell aufzustauen. Es dauerte mehr als 17 Jahre, bis der See im Juni 1980 seine geplante Stauhoehe erreicht hatte.

 

Von dieser Hoehe sind wir heute gar nicht mehr sooo weit entfernt, denn dieses Jahr wird wohl als „episches“ Jahr in die Geschichte des Lake Powell eingehen. Denn nach vielen Jahren der Duerre und sinkenden Pegelstaenden beschert ein extrem niederschlagsreicher Winter dem Lake Powell wahre Wassermassen.

 

In den letzten Wochen ist der Wasserstand um sage und schreibe 38 Fuss gestiegen – bis zu 50 Fuss werden erwartet. Waere mal interessant, wie viele Liter das sind – bei einer Gesamtflaeche von 653 km² und 300 Kilometer Laenge.

 

Durch die 96 ueberfluteten Canyons hat der Lake Powell uebrigens eine Kuestenlaenge von unglaublichen 3.153 Kilometern und damit mehr als die gesamte Westkueste der USA. Gerade das macht ihn so interessant.

 

Bei unseren beiden Besuchen mit dem Powerboot 2011 und 2015 haben wir wenigstens einen kleinen Bereich des Sees nahe Page gesehen, dieses Mal wollen wir ein ganzes Stueck weiter. Wir erreichen die Wahweap Marina gegen 8.30 Uhr und erst als wir aus den Autos aussteigen, faellt uns auf, dass wir farblich gesehen heute sehr gut zusammenpassen. Und das wirklich rein zufaellig...

 

  

 

  

 

  

 

Als erstes gehen wir zu den Schaltern fuer die Boat Rentals. Dort erledigen wir den ganzen Papierkram, dann bringt uns ein Mitarbeiter zu unserem Houseboat! Ja – wir sind die naechsten Tage mit einem Houseboat auf dem Lake Powell unterwegs, machen quasi Urlaub im Urlaub.

 

Ich habe diese Hausboote bei meinem ersten Besuch des Lake Powell vor ziemlich genau 20 Jahren das erste Mal gesehen, seitdem will ich das unbedingt einmal selbst erlebt haben. Allerdings ist das kein ganz einfaches Unterfangen. Alleine oder zu zweit geht das nicht so ohne weiteres, in erster Linie aus finanziellen, aber auch aus ganz praktischen Gruenden. Beispielsweise ist das Verankern des Bootes an einem Strand zu zweit zwar machbar, aber durchaus schwierig. Zu viert ist es jedenfalls etwas einfacher.

 

Bei unserem Boot, ein 46 feet Voyager Houseboat mit der Bezeichnung "J1" angekommen, erklaert uns ein Instructor alles, was man ueber Hausboote wissen muss. Das beginnt mit Daten zum Boot selbst und endet bei der Navigation auf See. Ein Hausboot-Crashkurs sozusagen…

 

  

 
Das Houseboat ist 14 Meter lang und 4,5 Meter breit, die beiden Aussenborder leisten je 60 PS, der Stromgenerator etwa 4 KW. Neben drei Stromquellen (Anschluss an die Marina, Akku oder eben Generator) gibt es drei Wasserarten an Bord (40 Gallonen Trinkwasser, unbegrenzt Seewasser und Schmutzwasser), Propangas fuer Kuehlschrank, Grill und Gasherd und und und... Alles koennen wir uns sowieso nicht merken. Auf einiges gehen wir spaeter noch ein wenig ein.
 

  

 

Als alles erledigt ist, suchen wir uns einen sogenannten Porter. Das ist ein Mitarbeiter an der Marina, der uns per Quad mit drei Container-Anhaengern unser komplettes Gepaeck von unseren Autos zum Houseboat bringt. Wir verstauen alles und dann ist es endlich soweit.

 

 

Etwa um viertel nach zehn loesen wir die Stromversorgung zur Marina und die Vertaeuung, starten die beiden Motoren und setzen langsam zurueck. Ach ja – hupen muessen wir noch: ein laaanger und drei Kurze Toene, dann geht’s los. Das Boot ist sehr traege, die Steuerung am Anfang doch sehr gewoehnungsbeduerftig. Trotzdem kommen wir ohne groessere Probleme aus dem Hafen, dann geben wir etwas mehr Gas.

 

  

 

  

 

Zunaechst beschraenken wir uns auf ca. 2.000 Umdrehungen pro Minute, damit kommt man zwar nicht schnell voran, aber zum Eingewoehnen ist diese langsame Fahrt gar nicht schlecht. Wir steuern auf den Castle Rock Cut zu, der so gar nicht mehr zu erkennen ist. Der Wasserstand ist im Vergleich zu unserem letzten Besuch vor zwei Jahren wirklich extrem gestiegen!

 

Am Schalter hat man uns uebrigens erzaehlt, dass die letzten Wochen immer wieder Fahrzeuge von Bootstouristen abgeschleppt wurden, weil die Parkplaetze unten am See im Wasser versunken sind. Die Autos mussten dann natuerlich auf Parkplaetze weiter oben gebracht werden. Wir haben unsere Mietwaegen in der obersten Reihe geparkt... sicher ist sicher (nur weil weiter unten alles voll war...).

 

Der Castle Rock Cut ist ein kleiner Kanal, der die Wahweap Bay mit dem Hauptkanal des Lake Powell bzw. der Warm Creek Bay verbindet und ein extrem langes Stueck des Sees abkuerzt. Eine Fahrt ueber den Glenn Canyon Dam den Hauptkanal entlang - vorbei an der Antelope Marina - ist zwar wirklich sehr schoen, verlaengert aber die Strecke um gut 12 Meilen und die Fahrzeit um zwei bis drei Stunden. Da wir diese Strecke sowieso schon kennen, war von vornherein klar, dass wir den Castle Rock Cut nehmen - sofern dieser geoeffnet ist.

 

Je nach Wasserstand war der Kanal die letzten Jahre naemlich sogar das ein oder andere Mal geschlossen, doch in diesem Jahr ist aus dem kleinen Kanal wieder eine grosse Wasserflaeche geworden. Trotzdem halten wir uns zwischen den Bojen, die den Hauptkanal kennzeichnen – gruen links und rot rechts.

 

  

 

  

 

Nach dem wir den Kanal hinter uns gelassen haben, geben wir etwas mehr Gas. Allerdings fahren wir nicht mit Vollgas – denn bei 5.500 Umdrehungen pro Minute und etwa 8,5 Knoten Geschwindigkeit beginnen die beiden Aussenborder so richtig durstig zu werden. Bei knapp 3.000 Umdrehungen fahren wir mit flotten 5,5 Knoten – also etwas ueber 10 km/h und dabei auch noch sehr sparsam. Wir machen ja Urlaub und sind nicht auf der Flucht...

 

Einen Tacho haben wir uebrigens nicht. Vor unserer Abreise haben wir uns ein altes I-Phone und die Lake Powell App besorgt, die mittels GPS sowohl unsere Position auf dem See als auch die gefahrene Geschwindigkeit und die Richtung anzeigt. Zuhause hat die App nicht funktioniert, nach dem Start ist sie sofort abgestuerzt. Hier auf dem See klappt alles einwandfrei – Prima. Es ist naemlich gar nicht so einfach, den richtigen Weg auf dem Hauptarm des Lake Powell zu finden.

 

 

Jetzt haben wir etwas Zeit, uns das Hausboot noch einmal in Ruhe anzusehen und uns mit dem Inventar vertraut zu machen. Alles da, was man fuer so einen Ausflug braucht - vom Toaster bis zum Grill.

 

  

 

  

 

  

 
  
 
Jeder darf sich mal als Skipper versuchen, hauptsaechlich sind aber Johnny und ich fuer das Fuehren des Hausboots zustaendig. Besonders aufpassen muss man, wenn groessere Boote - in erster Linie Ausflugsboote - grosse Wellen werfen. Wenn diese parallel auf unser Boot treffen, bekommt man wirklich Angst um das Geschirr, so stark werden wird durcheinandergeschuettelt. Also wenigstens im 45°-Winkel darueber schippern, dann passt's.
 

  

 

  

 

  

 

Waehrend ich mich dann wieder hinter das Steuer klemme, sind Karin und Sylvia zunaechst mit Fotografieren beschaeftigt, waehrend Johnny sich um unsere Wasser-"Spielsachen" kuemmert. Da heisst es nun Schlauchboot, Luftmatratzen und Reifen aufpumpen, was in der Hitze wirklich eine schweisstreibende Angelegenheit ist.

 

  

 

     

 

Wir durchqueren die Warm Creek Bay, danach die Padre Bay und schliesslich Last Chance Bay.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Die Zeit ist wie im Flug vergangen, mittlerweile ist es halb drei und an der Zeit, sich ueber einen geeigneten Platz fuer die Uebernachtung Gedanken zu machen. Die Friendship Cove bietet nur wenige Straende, etwas besser soll da die Rock Creek Bay sein.

 

Wir fahren bis ans Ende der Bay und sehen schon das ein oder andere Houseboat ankern. Aber eine Stelle, die wir fuer gut halten, ist noch leer. Diese passenden Stellen sind gar nicht so leicht zu finden, wir versuchen das schon auf groessere Entfernung mit Fernglas und unseren Kameras.

 

  

 

Ein geeigneter Platz fuer das Ankern ist ein relativ steil abfallender Sandstrand, auf den man langsam zufaehrt, bis man mit dem Bug auf Sand auflaeuft. Waehrend die Motoren mit etwa 1.000 U/min weiterlaufen und so die Position des Houseboates halten, spannt man zwei Seile im 45° Winkel vom Heck des Bootes an den Strand und vergraebt die Anker dann im Sand. Funktioniert prima – das Boot haelt selbst den starken Windboen stand.

 

  

 

  

 

 

 

Jetzt haben wir etwas Zeit, zu baden und danach die naehere Umgebung zu erkunden. Sylvia und ich klettern ein wenig auf den Felsen herum und geniessen die Aussicht von oben, waehrend Johnny und Karin zunaechst in der Naehe unsere Bootes bleiben.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Dann werfen wir den Grill an und bereiten unser Abendessen zu: Steaks, Kartoffeln und Breadsticks, dazu gibt es verschiedene Salate. Hammer – das Essen schmeckt wie im fuenf Sterne Restaurant. Denk ich mal, denn wir sind eher selten in einem solchen Nobelschuppen...

 

  

 

  

 

Danach sitzen wir an Deck mit einem Corona zusammen und geniessen den Abend. Fledermaeuse schwirren ueber unsere Koepfe hinweg, die Grillen zirpen und beim Sonnenuntergang leuchten die Felsen um uns herum in einem richtig kraeftigen rot. Sagenhaft.

 

  

 

Nach Einbruch der Dunkelheit legen wir uns auf das Oberdeck unseres Hausboots und sehen uns den Sternenhimmel an. Wahnsinn, wie viele davon man hier in der Dunkelheit sieht. Durch die Beleuchtung in bewohnten Gebieten werden die meisten Sterne gar nicht wahrgenommen, sie werden durch das Streulicht quasi verdeckt. Hier aber gibt es so etwas nicht, wodurch der Himmel ueber und ueber mit Sternen bedeckt ist.

 

Spaeter fallen wir muede in unsere Betten. Das Voyager Houseboat hat im Gegensatz zum Expedition Houseboat zwei separate Schlafzimmer, sodass keiner von uns um Wohnbereich schlafen muss. Das waere auch echt ein Problem geworden – denn hier liegen unsere Koffer rum, das Schlauchboot, die Luftmatratzen usw. Da merkt man erst, was man alles so an Krempel dabei hat…

 

Hotel/Motel:

Houseboat auf dem Lake Powell

Fruehstueck:

---

free WiFi:

---

Bewertung:

UNBEZAHLBAR!

Handynetz:

---

Temperatur

40°C

Gefahrene km Auto:

23 km

 

 

Gefahrene km Houseboat ca.:

52 km

 

 

Donnerstag, 29.06.2017 (Tag 5) – Wild Animals

Es ist 5.15 Uhr, als Sylvia mich weckt. Sie kann leider nicht mehr einschlafen und moechte an mir vorbei. Na gut, dann mach mal. Sie klettert vorsichtig ueber mich hinweg und geht ins Bad. Johnny und Karin haben die ganze Nacht auf dem Oberdeck geschlafen. Karin in der Liege, Johnny im Schlauchboot. Und es war angeblich saumaessig bequem.

 

  

 

  

 

  

 

Ich doese noch eine halbe Stunde vor mich hin, dann stehe ich ebenfalls auf. Unser Generator ist die ganze Nacht gelaufen, allerdings stoert das permanente Geraeusch eigentlich nicht. Die Klimaanlage macht genauso viel Laerm…

 

Ohne geht es nicht, denn es ist sonst einfach viel zu heiss zum Schlafen. Wir haben zwar kein Thermometer gefunden, aber es duerften tagsueber sicher ueber 40°C sein. Da wir auf dem ganzen See weder WiFi noch Handynetz haben, koennen wir auch das Internet nicht befragen.

 

Der Generator muss sowieso etwa 5 Stunden taeglich laufen, um die Batterien zu laden, das geht genauso gut auch nachts. Tagsueber brauchen wir ihn allerdings auch hin und wieder, denn die Kaffeemaschine, der Mixer und der Toaster funktionieren auch nur, wenn der Generator laeuft.

 

Kuehlschrank, Grill und Herd laufen uebrigens mit Propan – und das ist hier kostenlos! Fuer kuehle Getraenke steht eine riesige Kuehlbox zur Verfuegung, an den Marinas kann man hierfuer fuer um die fuenf Dollar pro Stueck Block-Eis kaufen. Nicht ganz billig, aber bei diesen Temperaturen dringend noetig.

 

Die Kaffeemaschine laeuft bereits, der Toaster ebenfalls. Wir decken alle zusammen den Tisch, Fruehstueck unter freiem Himmel auf dem Houseboat ist echt klasse. Die Temperaturen sind um diese Uhrzeit fast schon als kuehl zu bezeichnen, frieren muss man aber sicher nicht.

 

  

 

  

 

Nach dem Fruehstueck spazieren wir noch etwas am Strand entlang, allerdings finden wir keine Spuren von groesseren Tieren. Nur einige Loecher im Boden zeigen, dass da irgendetwas ist. Wir vermuten Wuestenmaeuse, Spinnen oder Schlangen, die sich hier verkriechen. Wenigstens Eidechsen gibt es jede Menge.

 

  

 

Um acht Uhr graben wir unsere Anker wieder aus, erst den rechten, dann den linken. Als wir uns beim zweiten gerade ans Schaufeln machen wollen, entdeckt – ja wer wohl – natuerlich Sylvia eine doch beachtliche Schlange – vermutlich eine Gopher Snake – im Sand, mindestens eineinhalb Meter lang. Offensichtlich fuehlt sie sich nicht bedroht, sondern nur gestoert. Deswegen macht sie sich langsam davon. Wir mit dem Foto hinterher. Irgendwann verschwindet sie in einem der Loecher, die hier ueberall zu finden sind. Der Tag beginnt ja wirklich vielversprechend, wobei Johnny und Karin irgendwie gar nicht sooo begeistert sind.

 

  

 

 

  

 

 

 

Der Generator ist längst wieder abgeschaltet und die Schalter wieder auf Batteriebetrieb umgestellt. Um acht starten wir die Motoren und setzen langsam zurueck. Das Ablegen klappt voellig problemlos, wir wenden und fahren die Rock Creek Bay zurueck in Richtung Hauptarm des Lake Powell.

 

  

 

  

 

Am Eingang zum Middle Rock Creek Canyon und Dry Rock Creek Canyon wollen wir an einer Hoehle halten, die nach oben hin geoeffnet ist. Die Einfahrt ist quasi ein Steinbogen – also ein Arch. An der betreffenden Stelle finden wir allerdings nur Wasser. Das hatten wir schon befuerchtet. Der Wasserstand ist mittlerweile einfach zu hoch. Sehr schade.

 

  

 

  

 

 

  

 

 

 

Zurueck auf dem Hauptarm suchen wir wenig spaeter die Zufahrt zur Dangling Rope Marina. Sicherheitshalber wollen wir Tanken, ausserdem das Blockeis nachfuellen. Der Spritverbrauch dieser Hausboote scheint eine Wissenschaft fuer sich zu sein. Im Internet haben wir gelesen, dass unser Boot bis zu 14 Gallonen Benzin verbraucht – pro Stunde. Wir sind uns nicht mal sicher, ob da der Verbrauch des Generators schon mit eingerechnet ist.

 

  

 

  

 

Auch an der Marina hat man uns gesagt, die Tanks mit insgesamt 140 Gallonen reichen fuer etwa 10 bis 12 Stunden. Bei einem Preis von etwa 5 Dollar pro Gallone hier an der Dangling Rope Marina wuerde so ein Spritverbrauch so richtig ins Geld gehen. Allerdings haben wir vorher auch mehrfach gelesen, dass dieser Verbrauch wohl nur bei Vollgas zustande kommt und die Hausboote auch mit erheblich weniger auskommen.

 

Bis wir an der Dangling Rope Marina ankommen, sind unsere Aussenborder etwa 8 Stunden gelaufen, der Stromgenerator etwa sechs Stunden. Wir sind gespannt…

 

Das Anlegen an der Marina ist etwas tricky, gelingt uns dann aber doch erstaunlich gut. Der Mitarbeiter der Marina, der unser Houseboat betankt, kommt an Bord und schliesst alle Fenster und Tueren und schaltet alles Stromquellen aus. Erst dann wird getankt.

 

  

 

  

 

Wann stoppt die Uhr? Es sind zwei Tanks zu befuellen, und als beide voll sind, zeigt die Zapfsaeule 19 Gallonen an. Sogar der Tankwart sieht uns unglaeubig an… Er fragt, mit wieviel Umdrehungen pro Minute wir immer gefahren sind. Als wir ihm erzaehlen, dass wir immer so zwischen 2.800 und 3.000 Touren gefahren sind, meint er nur: Perfect! Besser geht es nicht, so arbeiten die Motoren mit Abstand am effizientesten. Wenn wir weiterhin so unterwegs waeren, wuerde es fuer uns ein sehr billiger Urlaub werden.

 

Naja – billig ist sicher was anderes, aber letztlich haben wir weniger als zweieinhalb Gallonen pro Stunde verbraucht und damit viel weniger, als wir selbst bei optimistischer Schaetzung erwartet haetten. Wir sind happy…

 

  

 

  

 

  

 

Nachdem wir unsere Kuehlboxen wieder mit Eis gefuellt haben, geht es zurueck auf den Hauptarm.  Wir machen einen kurzen Abstecher in den Cathedral Canyon, der jedoch sehr bald viel zu eng fuer unser Houseboat wird und uns zur Umkehr zwingt.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

  

 

Es geht vorbei an der Abzweigung zum Forbidding Canyon, in dem auch die Rainbow Bridge zu finden ist. Die wollen wir dann morgen in Angriff nehmen…

 

Eine Bucht spaeter an der Einfahrt zum Secret Canyon suchen wir uns einen Ankerplatz. Wir sind viel viel schneller als erwartet, es ist erst halb zwei am Nachmittag. Da wir an der Marina allerdings gewarnt wurden, dass in dieser Bucht in der Regel sehr viele Hausboote ankern – einfach weil es naeher an der Rainbow Bridge keine anderen Uebernachtungsplaetze gibt – sind wir ganz froh, frueh genug dran zu sein.

 

Wirt finden einen geeigneten Platz, verbuddeln unsere Anker und machen dann erstmal Kaffeepause.

 

  

 

  

 

Es ist extrem heiss und jetzt haben wir auch endlich die Gelegenheit, unsere Luftmatratzen und das Schlauchboot richtig einzuweihen. Das Wasser ist schoen frisch, aber nicht zu kalt und wir geniessen die Abkuehlung.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Kurz darauf schwimmt ein Biber ganz nahe an unserem Boot vorbei. Wir trauen unseren Augen kaum… dass es am Lake Powell Biber gibt, wussten wir auch noch nicht. Wir raetseln, woran dieser Freund so nagt, denn viel Holz ist hier nicht zu finden. Und einen Damm bauen kann er auch nicht so ohne weiteres…

 

  

 

Wir machen einen ersten kurzen Ausflug und erkunden die nahegelegene Anhoehe. Der Ausblick von hier oben ist absolut phantastisch. Spaeter wollen wir noch auf einen anderen Berg hinauf – sofern das moeglich ist. Aber erst einmal wird der Grill angeworfen!

 

  

 

 

  

 

  

 

Der Abend verlaeuft leider etwas anders als geplant. Kurz vor dem Abendessen wird mir fuerchterlich uebel. Im Prinzip nichts dramatisches, aber aufs Abendessen muss ich leider verzichten. Auch der geplante Ausflug auf den Berg faellt aus. Ich lege mich auf dem Oberdeck auf die Liege und hoffe, dass es morgen wieder besser wird, denn da haben wir volles Programm.

 

  

 

Sylvia, Karin und Johnny lassen sich die leckeren Steaks vom Grill schmecken, dann sitzen sie gemuetlich zusammen und beobachten die Sterne. Ich geselle mich spaeter, als ich mich wenigstens etwas besser fuehle, auch dazu. Gegen halb zwoelf geht es dann ins Bett.

 

  

 

Hotel/Motel:

Houseboat auf dem Lake Powell

Fruehstueck:

---

free WiFi:

---

Bewertung:

UNBEZAHLBAR!

Handynetz:

---

Temperatur

40°C

Gefahrene km Houseboat ca.:

36 km

 

 

Freitag, 30.06.2017 (Tag 6) – Rainbow & Reflections

Fuenf Uhr – Sylvia ist wach und klettert wieder aus den Federn, um den Sonnenaufgang zu beobachten. Ich bleibe noch eine Stunde laenger liegen, erst gegen sechs lockt mich der Duft des Kaffee’s aus der Kabine.

 

  

 

  

 

 

  

 

  

 

So richtig wohl ist mir noch nicht, aber deutlich besser als gestern Abend schon. Ich nehme nur ein leichtes Fruehstueck zu mir, dann heisst es Leinen los und auf zur Rainbow Bridge. Die Fahrt durch den Forbidding Canyon allein ist schon sehr sehr schoen und waere auch ohne die Rainbow Bridge sicher absolut sehenswert.

 

  

 

  

 

  

 

Kurz vor dem Erreichen der Anlegestelle wird es noch einmal spannend. Es gilt, durch eine Engstelle hindurch zu fahren, die es in sich haben soll. Nicht viel breiter als ein Houseboat soll sie sein und angeblich schon so manchen Skipper zur Umkehr bewegt haben. Als wir die Passage erreichen, sind wir alleine. Um kurz vor halb acht war das auch zu erwarten, obwohl uns vorhin bereits ein Powerboat ueberholt hat. Die Durchfahrt durch die Engstelle erweist sich als weniger problematisch als befuerchtet und wir erreichen unser Ziel ohne Schaden.

 

  

 

  

 

  

 

 

 

Obwohl wir nur eine Bucht vom Forbidding Canyon und damit der Rainbow Bridge entfernt waren, dauerte es eine knappe Stunde, bis wir um viertel vor acht am Dock anlegen. Das Powerboot liegt bereits da, ansonsten sind wir ganz alleine. Die Ausflugsboote aus Page erreichen diesen Punkt normalerweise nicht vor 10.00 Uhr, so haben wir genuegend Zeit.

 

  

 

  

 

  

 

Leider laesst sich unser Houseboat nicht absperren, also muessen wir getrennt los. Sylvia und ich machen den Anfang, der Fussmarsch dauert nur eine viertel Stunde. Die Besatzung der Powerbootes ist uns schon entgegengekommen, sodass wir die Rainbow Bridge ganz fuer uns alleine haben. Genau so war das geplant.

 

  

 

  

 

  

 

 

 

Der groesste Steinbogen der Welt mit seiner Spannweite von 82 Metern und Hoehe von 88 Metern ist viel beeindruckender, als ich ihn in Erinnerung habe. Vor 18 Jahren war ich schon einmal hier, aber trotzdem bleibe ich erst einmal ehrfuerchtig vor diesem gewaltigen National Monument stehen. Nur einen Moment, denn ein paar Bloedel-Fotos muessen dann trotzdem sein… Auch wenn die Rainbow Bridge ein Heiligtum der Navajo Indianer ist.

 

  

 

  

 

  

 

Natuerlich gibt es zu einem Navajo-Heiligtum auch eine entsprechende Legende. Die ist ziemlich kurz: einige Navajo-Indianer retteten sich vor einer Sintflut durch die Rainbow Bridge, die eine Oeffnung aus der Vorwelt zur heutigen Welt gewesen sein soll. Wegen dieser Legende darf man seit 1995 nur noch bis zum letzten Aussichtspunkt laufen und nicht mehr unter der Bruecke hindurch gehen. Bereits in der Navajo-Sprache hiess die Rainbow Bridge „versteinerter Regenbogen“!

 

  

 

  

 

Auf dem Rueckweg beeilen wir uns, denn schliesslich sollen auch Johnny und Karin die Rainbow Bridge alleine geniessen koennen. Das klappt auch prima, und waehrend wir auf ihre Rueckkehr warten, fuellen sich die Liegeplaetze am Dock mehr und mehr mit Powerbooten.

 

Gleich mehrere Powerboot-Fahrer, die zwischenzeitlich angelegt haben, fragen uns, wie schwierig die Zufahrt durch die schmale Passage mit einem Houseboat denn zu fahren ist. Doch es sieht wirklich viel schwieriger aus, als es ist. Man hat links und rechts sicher gut fuenf bis sechs Meter Platz, also alles kein Problem. Das Anlegen am Dock ist sicher anspruchsvoller, als die Engstelle unfallfrei zu durchqueren.

 

  

 

Eine kleine Slideshow zur Rainbow Bridge mit diesen und weiteren Bildern ist hier zu finden!

 

Es ist kurz nach halb zehn, als wir dann wieder ablegen. Wie verlassen den Forbidding Canyon und tatsaechlich kommt uns nun auch das erste Ausflugsboot entgegen. Da hatten wir wirklich ein gutes Timing. Fuer uns geht's weiter in Richtung Bullfrog Marina. Die Rainbow Bridge liegt bei Mile-Marker 50 – ist also 50 Meilen vom Damm entfernt. Genauso weit ist es von hier zur Bullfrog Marina. So weit wollen wir jedoch gar nicht.

 

  

 

  

 

  

 

Unser Ziel ist bei Mile Marker 57 der Reflection Canyon. Uns ist klar, dass sich aufgrund des massiv gestiegenen Wasserstandes das Bild dieses Canyon total veraendert hat, dennoch wollen wir dorthin.

 

  

 

  

 

Die Einfahrt ist relativ leicht zu finden, und auch der Canyon selbst ist breit genug fuer eine Fahrt mit dem Houseboat. Wie erwartet sind die beruehmten Schleifen des Reflection Canyons mittlerweile abgesoffen, trotzdem ist er wirklich beeindruckend schoen.

 

  

 

  

 

  

 

Ich manoevriere das Houseboat so an eine Felszunge, dass Johnny und Sylvia ueber unseren ausfahrbaren Landungssteg trocken ans Ufer kommen. Dann geht es den Berg hinauf zum Fotografieren. Schliesslich kommt Johnny wieder an Bord und ich folge Sylvia mit dem Paddelboot auf den Fels. Die Aussicht ist der Wahnsinn.

 

  

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

 

  

 

  

 

  

 

Nichtsdestotrotz muessen wir langsam weiter. Eine kleine Slideshow zum Reflection Canyon mit diesen und weiteren Bildern ist hier zu finden! Wir verlassen den Canyon wieder und fahren nun wieder zurueck in Richtung Wahweap und damit Page. Allerdings wollen wir den Nebencanyon auch noch erkunden. Der Name ist passend gewaehlt, denn der Hidden Passage Canyon ist gar nicht so leicht zu sehen. Besonders von Page kommend…

 

  

 

  

 

Der Canyon selbst ist natuerlich nicht ganz so beeindruckend wie der Reflection Canyon – trotzdem gefaellt er uns allen sehr gut. Dann aber heisst es wirklich Abschied nehmen und umkehren – zurueck in Richtung Page. Wir haben noch zwei weitere Naechte, aber die koennen wir auch etwas naeher an der Heimat-Marina verbringen. Die fuer uns wichtigsten Punkte haben wir nun erledigt.

 

  

 

  

 

Auf der Suche nach einem tollen Strand haben wir uns in der Karte nun den Dungeon Canyon herausgesucht. Dieser liegt gegenueber der Rock Creek Bay, die kennen wir ja bereits. Sollte es da nicht klappen mit einem tollen Beach, koennen wir immer noch wieder zu unserer ersten Uebernachtungsstelle fahren.

 

Und genauso kommt es dann auch… Im Dungeon Canyon ist aufgrund des Wasserstandes entweder kein Strand mehr da oder er ist belegt. Wir versuchen es nebenan im Grotto Canyon, da ist gleich gar nix zu finden.

 

  

 

Also fahren wir wieder in Richtung Rock Creek Bay, versuchen da aber unser Glueck erst einmal im Dry Rock Creek Canyon. Nichts… Da uns langsam die Zeit davonlaeuft und an einem Freitagabend vor der Independence Day Woche sicher ueberall die Hoelle los ist, fahren wir zurueck zu unserem Beach von vorgestern. Jaaaa – der Platz ist noch frei! Um genau 6.00 Uhr abends legen wir wieder am gleichen Punkt an wie das letzte Mal.

 

  

 

Gleich darauf laeuft der Grill, um acht Uhr haben wir gegessen und sitzen gemuetlich auf dem Boot. Vom anderen Ende unseres Strandes - irgendwo hinter dem Huegel - laufen ein paar Hunde heran und erschrecken sich mehr als wir, als sie uns auf unserem Boot entdecken. Nach einem kurzen Bellen sind sie auch schon wieder verschwunden.

 

  

 

  

 

Nur auf unserem Boot wollen wir aber heute Abend nicht bleiben. Jetzt wird Lagerfeuer geschuert. Am Lake Powell ist es fast ueberall erlaubt, Feuer zu schueren. Allerdings gibt es nur wenig bis gar kein Holz – also muss man vor der Abreise Feuerholz kaufen. Wir haben uns im Walmart mit ausreichend Holz fuer ein vernuenftiges Feuer eingedeckt, und hier liegt so viel Kleinholz rum, dass wir Ruck Zuck ein richtig grosses Lagerfeuer haben.

 

  

 

  

 

Immer wieder legen wir nach, auch Kleinholz, um richtig grosse Flamme zu haben. Wir sitzen um das Feuer, trinken Budweiser, Corona und auch mal einen Jack Daniels… Irgendwo brennen einige Amerikaner sogar ein Feuerwerk ab - schon ein paar Tage vor dem 4. Juli. Extra für uns...

Lagerfeuer und Feuerwerk - ein kroenender Abschluss fuer einen nahezu perfekten Tag. Zumal sich meine Uebelkeit im Laufe des Tages auch wieder gelegt hatte!

 

  

 

  

 

  

 

 

 

Hotel/Motel:

Houseboat auf dem Lake Powell

Fruehstueck:

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free WiFi:

---

Bewertung:

UNBEZAHLBAR!

Handynetz:

---

Temperatur

40°C

Gefahrene km Houseboat ca.:

91 km

 

 

Samstag, 01.07.2017 (Tag 7) – Cave & Fun

Um sieben Uhr werde ich geweckt. Sylvia ist schon wieder seit halb sechs Uhr auf und hat unsere „Insel“ erkundet. Allerdings heute ohne Tiersichtungen. Wir lassen uns etwas mehr Zeit, denn die fuer uns wichtigsten Punkte haben wir ja gestern bereits erkundet.

 

  

 

  

 

  

 
Nach dem Fruehstueck laufen Sylvia und ich noch ein wenig umher, bevor Johnny und Karin unsere Rutsche einweihen. Und sie haben riesig Spass dabei...  Es ist zwar noch frueh am Morgen, aber die Temperaturen haben jetzt schon wieder Badeniveau erreicht.
 

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Dann heisst es wieder Leinen los – also Anker ausbuddeln, Rueckwaertsgang einlegen und los geht’s. Johnny steuert das Houseboat aus unserer Bucht in Richtung Hauptkanal. Wir entdecken noch in der Rock Creek Bay eine kleine Hoehle, in der gerade ein Powerboat verschwunden ist. Da muessen wir hin…

 

  

 

Wir lassen unser Schlauchboot zu Wasser und paddeln hinein. Klasse – so etwas hat bisher ja auch noch gefehlt. Die Hoehle ist zwar nicht sehr gross, aber irgendwie ist es schon richtig cool, auf so einem riesigen See eine mit Wasser gefuellte Cave zu finden und dann zu erkunden..

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

 

 

Das hat Spass gemacht, aber irgendwie fehlt noch was... Als es auf dem Wasser etwas ruhiger ist, werfen wir unseren kleinen aufblasbaren Reifen in den See, ich springe darauf und ab geht's ins Wasser. Ruck Zuck bin ich relativ weit vom Boot entfernt, selbst im Standgas verschwindet das Boot erstaunlich schnell.

 

  

 

  

 

  

 

Johnny manoevriert das Boot wieder heran und ich schnapp mir eine lange Leine, die Sylvia mir zuwirft. Jaaa - geklappt! Johnny gibt vorsichtig Gas und zieht mich so hinter dem Houseboat her. Ein wenig aufpassen muss man da natuerlich schon, denn fuer so etwas sind diese Ungetueme ja nicht gemacht. Aber die Leine ist lang genug, um nicht in die Gefahrenzone der Aussenborder zu kommen. Gefaehrlich ist ausserdem, dass sich die Abgase der Motoren unter dem Bootsheck sammeln und man deswegen von dort fern bleiben soll. Aber wie gesagt – ich bin weit genug entfernt.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 
Etwas spaeter muss ich unbedingt noch etwas machen... Die Rutsche wurde ja von Johnny und Karin eingeweiht, ich nehme deswegen den direkten Weg und springe vom Dach des Hausboots. Eigentlich verboten… komisch, dass alles was verboten ist so viel Spass macht…
 

 

 

  

 

  

 

Nach einiger Zeit erreichen wir den West Canyon. Den wollen wir auf jeden Fall ansehen, denn der soll auch richtig toll sein. Und das koennen wir durchaus bestaetigen. Den sollte man wirklich auf keinen Fall verpassen. Auf dem Rueckweg halten wir dann in der Mitte des Canyons und ich nehme nochmal ein Bad.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Eine kleine Slideshow zum West Canyon mit diesen und weiteren Bildern ist hier zu finden!

 

Da heute Samstag ist – noch dazu das Wochenende vor Independence Day – und auf dem See wirklich viel Betrieb ist, beschliessen wir, bald nach einem Uebernachtungsplatz zu suchen. Nach gestern, als es doch schon relativ spaet war, ist uns doch wohler, bald etwas zu haben.

 

Wir durchqueren die Padre Bay und wollen zum Padre Canyon. Hier ist aber schon wieder alles voll und die Plaetze gefallen uns nicht wirklich. Das durchqueren dieser Bucht dauert uebrigens eine gefuehlte Ewigkeit, sie ist viel groesser, als sie auf den ersten Blick aussieht.

 

Also machen wir kehrt und naehern uns wieder dem Hauptarm. Da entdecken wir am Rande der Bucht einen traumhaft schoenen Sandstrand. Es ist jede Menge Platz, also nutzen wir die Gunst der Stunde und parken ohne gross darueber nachzudenken. Anker vergraben, Motoren aus – passt.

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Dann geht’s erstmal ins Wasser. Der Strand heute ist mit Abstand der schoenste des Houseboat-Trips. Das Wasser ist herrlich warm, da es hier relativ seicht ist und der Sand ist ohne irgendwelches Gestruepp, Dornen oder Pflanzen unter Wasser – also einfach perfekt.

 

  

 

Als ich wenig spaeter anfange, den Reisebericht zu tippen, wird mir wieder furchtbar mulmig in der Magengegend. Laptop aus – runter vom Boot. Da wird es wieder besser… langsam wird mir klar, was da vorgestern gewesen ist. Dazu muss man wissen, dass ich leider schon immer leicht seekrank werde. Die schlimmste Achterbahn – kein Problem. Powerboot – auch kein Problem. Aber Kreuzfahrtschiff – furchtbar. Das langsame auf und ab macht mich fertig.

 

 

 

Und genauso ist es hier und war es vorgestern. Da hat unser Houseboat aufgrund der Wellen von Jetski und Motorbooten viel Bewegungsspielraum gehabt, im Rock Creek Canyon hatten wir einen sehr sehr ruhigen Ankerplatz. Heute kommt noch dazu, dass sich unser Houseboat aufgrund der extrem vielen Boote und des damit verbundenen starken Seegangs etwas vom Sand geloest hat und sich so noch mehr bewegen kann.

 

  

 

  

 

Schoener Mist… kurzerhand lass ich die Motoren nochmal an und gebe einmal kurz Vollgas. Das Boot macht einen Satz nach vorne – um einen guten Meter den Strand hinauf. Und jetzt sitzt es bombenfest. Wir spannen die Ankerleinen nach und sind zufrieden. Trotzdem ziehe ich es vor, nach dem Essen lieber an Land zu bleiben.

 

  

 

  

 

Die Rindersteaks, die unser Grillmeister Johnny heute zaubert, sind uebrigens grandios. Schade, dass ich die vorgestern verpasst habe. Aber wenigstens weiss ich nun, warum mir die letzten Tage mal mehr und mal weniger uebel war. Waehrend der Fahrt hatte ich erstaunlicherweise am wenigsten Probleme…

 

Auch heute trinken wir noch das eine oder andere Bier - dieses Mal auch wieder am Strand - und geniessen den traumhaft lauen Abend. Einige lustige Bilder duerfen dabei natuerlich auch nicht fehlen. Gegen elf geht’s dann ab in die Falle.

 

 

  

 

  

 

 

  

 

  

 

 

  

 

  

 

  

 

  

 

Hotel/Motel:

Houseboat auf dem Lake Powell

Fruehstueck:

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free WiFi:

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Bewertung:

UNBEZAHLBAR!

Handynetz:

---

Temperatur

40°C

Gefahrene km Houseboat ca.:

61 km

 

 

Sonntag, 02.07.2017 (Tag 8) – End of Houseboat-Tour

Es ist kurz nach sechs Uhr, als ich aufstehe. Natuerlich sind Sylvia und Karin schon auf den Beinen, die Vorbereitungen fuer das Fruehstueck laufen schon. Die Nacht war o.k., wenn keine Boote auf dem See sind und das Houseboat ruhig liegt, geht’s mir wirklich gut.

 

  

 

 

  

 

Heute lassen wir uns Zeit, denn die Rueckgabe des Bootes muss bis spaetestens um drei Uhr erfolgen und das schaffen wir ohne Probleme. Wir wollen aber sowieso frueher wieder in Page sein.

 

Nach dem Fruehstueck geht Karin noch ein wenig baden, ich erkunde die naheliegende Anhoehe, doch irgendwann heisst es auch von diesem herrlichen Strand Abschied nehmen. Also ein letztes Mal Anker ausbuddeln, Steg einziehen und Rueckwaertsgang einlegen… langsam und behaebig loest sich unser Houseboat vom Strand.

 

  

 

Johnny klemmt sich hinter das Steuer, biegt in den Hauptkanal ein und faehrt in Richtung Warm Creek Bay. Es herrscht reger Betrieb hier auf dem Hauptarm - Unmengen an Booten - sowohl Hausboote als auch Powerboote - sind unterwegs. Einige der Hausboote schleppen gleich mehrere Jetski und Powerboote hinter sich her!

 

 

  

 

Wir sparen uns den Umweg ueber den Damm und steuern wieder auf den Castle Rock Cut zu. Es ist genau Mittag, als wir zurueck in der Wahweap Bay sind. Unsere Koffer haben wir schon am Morgen gepackt, die riesige Kuehlbox geleert und den Muell in den grossen Saecken verstaut. Muellsacke, Spuelmittel, sogar Duschgel, Seife, Propangas, Endreinigung usw. usw. – alles im Preis inbegriffen. Ausser das Eis fuer die Kuehlbox – aber da haben wir nach Dengling Rope auch nichts mehr gebraucht. Es stellt sich also jetzt nur noch die Frage, wie viel Benzin wir nun wirklich verbraucht haben.

 

  

 

  

 

Wir drehen noch eine letzte Runde in der Wahweap Bay und entdecken ganz am Ende der Bucht einen Strand, auf den man offensichtlich mit dem Auto fahren darf. Das waere ja mal was vielleicht fuer einen Urlaub in den naechsten Jahren... mal sehen. Fuer uns heisst es nun, Rueckgabe unseres Hausbootes und zurueck an Land. Also drehen wir um und fahren an die Tankstelle in der Wahweap Marina.

 

  

 

  

 
Nach dem Anlegen muessen wir wieder alle Stromquellen abstellen und die Fenster und Tueren schliessen. Eine Propangasflasche ist fast leer und wird ausgetauscht, die andere ist immer noch komplett voll. Wir haben den Kuehlschrank die letzten fuenf Tage immer ueber Propan laufen lassen, wir haben gegrillt und den Herd benutzt – und trotzdem nur eine knappe Flasche Propan gebraucht… Erstaunlich.
 

  

 

  

 

Jetzt wird es spannend. Denn jetzt wird getankt. Abgerechnet wird bekanntlich zum Schluss und vielleicht gibt es doch noch eine boese Ueberraschung…

 

Nein, ganz im Gegenteil. Wir haben viel viel weniger Benzin verbraucht, als wir selbst bei optimistischer Schaetzung erwartet haetten. Beide Zapfsaeulen zusammengerechnet – denn die beiden Tanks wurden gleichzeitig betankt – haben wir nicht einmal 210 Dollar verfahren. Hier kostet die Gallone sogar einen Dollar weniger als an der Dangling Rope Marina. Zusaetzlich zu den knapp 90 Dollar dort haben wir Tutto Kompletto weniger als 300 Dollar Benzin verfahren – bei insgesamt ca. 270 km gefahrene Distanz. Wir sind wirklich mehr als zufrieden. Das grosse Hausboot, das gerade ebenfalls zum Tanken kommt, hat sicher mehr gebraucht...

 

  

 

  

 

Die Mitarbeiter der Tankstelle sind alle ausgesprochen nett. Also beschliessen wir, ihnen unser Schlauchboot mit Zubehoer und die anderen Wasserspielsachen zu schenken. Sie freuen sich riesig, offensichtlich passiert so etwas weniger oft, als wir erwartet haetten.

 

  

 

Die Rueckgabe des Houseboats geht relativ schnell von statten, unser Porter von vor ein paar Tagen ist wieder zur Stelle und prueft im Schnelldurchgang das Boot samt Schrauben. Alles ok. Johnny und Karin erledigen den Papierkram, dann heisst es Abschied nehmen von der Wahweap Marina.

 

 

 

  

 

Auf dem Rueckweg nach Page halten wir an einigen Viewpoints, dann verlassen wir die Glen Canyon National Recreation Area. Eine kleine Slideshow zum Lake Powell und dieser Houseboat Tour mit vielen Bildern ist hier zu finden!

 

 

  

 

 

  

 

An den Kassenhaeuschen am Eingang muessen wir anhalten, denn eines wollen wir gleich noch erledigen. Als wir am Mittwoch angekommen sind, war ja noch Juni - und da hat unser America the beautiful annual pass aus dem letzten Jahr noch gegolten. Jetzt im Juli ist er abgelaufen und wir brauchen einen Neuen. Der lohnt sich zwar in diesem Jahr vermutlich nicht mehr, aber er gilt ja dann wieder bis einschliesslich Juli 2018. Und da sind wir jetzt einfach mal guter Dinge, dass wir bis dahin wieder in die Staaten kommen...

 

Der neue America the beautiful annual pass kostet immer noch 80 Dollar. Als ich ihn in den Haenden halte, falle ich fast um: das Motiv darauf kommt mir naemlich sehr sehr bekannt vor...

 

  

 

In Page angekommen stoppen wir bei McDonalds fuer einen kleinen Snack. Danach zum Walmart, Safeway, Tanken, dann ins Quality Inn zum Check In. Wir haben das Zimmer neben unserem letzten und damit genau das Zimmer, dass Johnny und Karin letztes Mal hatten. Witzig… Allerdings ist dieses Zimmer technisch schlechter ausgestattet. Sowohl Klimaanlage als auch die Duscharmaturen unterscheiden sich deutlich. Ansonsten sind sie identisch. Johnny und Karin haben nach einem Abstecher zu den Toadstools heute ein Zimmer in der oberen Etage bekommen. Wer ueber die Toadstools gerne mehr erfahren moechte, kann das in unserem Reisebericht von 2015.

 

  

 

Zum Essen gehen wir heute zur Dam Bar & Grill – da waren wir mit Johnny und Karin auch schon vor zwei Jahren. Das Essen hier ist richtig klasse – koennen wir jedem nur empfehlen.

 

  

 

  

 

Das Auto hatten wir am Motel stehen lassen und sind zu Fuss zum Essen gegangen. So koennen wir auf dem Rueckweg zum Motel noch ein paar Bilder in Page knipsen, bevor wir uns mit einem Bud auf unsere Terrasse setzen und unseren Bericht tippen.

 

  

 

  

 

Die Houseboat Tour wird fuer mich ein ganz besonderes und unvergessliches Erlebnis bleiben. Auch Sylvia, Karin und Johnny waren mehr als begeistert. Das Ganze hat etwas von einem Wohnwagenurlaub – aber eben nur am Lake Powell. Oder von einem Urlaub im Motel mit dem groessten Pool der Welt… Die Kulisse ist atemberaubend schoen und man hat so die Chance, in Bereiche des Sees vorzudringen, die man so sonst nicht so ohne weiteres erreichen koennte. Oder eben die Rainbow Bridge ohne jegliche andere Touristen!

 

Und ein Abend 50 Meilen entfernt von jeglicher Zivilisation unter freiem Himmel bietet einen Blick auf den Sternehimmel, den man so vermutlich auch nie mehr erleben wird. Nie mehr? Mal sehen… uns hat’s so gut gefallen, dass wir uns in ein paar Jahren vielleicht eine zweite Houseboat-Tour durchaus vorstellen koennen, zumal die Kosten letztlich dann doch ueberschaubar waren.

 

Damit endet unser kleiner Reisebericht ueber die Lake Powell Houseboat Vacation 2017. Vielen Dank fuers mitlesen, wir hoffen es hat Spass gemacht. Fuer alle, die noch etwas mehr Amerika moechten - unsere Red Rock Tour 2017 ist natuerlich noch nicht zu Ende. Eigentlich geht sie jetzt ja erst richtig los... Morgen frueh verlassen wir Page und stuerzen uns ins naechste Abenteuer.

 

 

Hotel/Motel:

Houseboat auf dem Lake Powell

Fruehstueck:

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free WiFi:

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Bewertung:

UNBEZAHLBAR!

Handynetz:

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Temperatur

40°C

Gefahrene km Auto:

19 km

 

 

Gefahrene km Houseboat ca.:

30 km

 

 

 

Tipps und Infos zum Houseboat

 

Auf den folgenden Karten haben wir ein paar Infos und Tipps zusammengestellt, die vielleicht dem einen oder anderen bei seiner Houseboat-Planung helfen koennten.

 

Auf insgesamt neun Karten sind Infos zu folgenden Themen zu finden:

  • Benzinverbrauch

  • Propangas

  • Wasser

  • Stromgenerator

  • Orientierung

  • Ankern/Übernachten

  • Ausstattung

  • Kuehlbox

  • Kosten

 

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Hier geht's weiter

Teil 1Teil 2Teil 3Teil 4Teil 5Teil 6

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